Produkte und Preise können vor Ort oder auf der Seite www.glasmarkt.de eingesehen werden.
Glas-Forum im Museumsdorf
Ein touristisches Leitmotiv des Museumsdorf Baruther Glashütte ist die „Manufakturware“. Dieser Begriff meint handwerklich in Glashütte hergestellte Produkte sowohl in den Werkstätten selbständiger Gewerbetreibender als auch unter dem Dach des Museums am Glasofen.
Der Glasofen, der vom Verein Glashütte e.V. unter dem Dach des Museum Baruther Glashütte betrieben wird, besteht in dieser Form seit 2004/05. Damals hat der Träger in ein neues Aggregat investiert, das es ermöglicht, an die 300jährige Glastradition in Glashütte und Brandenburg anzuknüpfen und gleichzeitig kostendeckend und mit einem großen Gewinn für die Promotion des Produktes „Glas, Geschichte und Kunst im Museumsdorf Baruther Glashütte“ zu produzieren.
Die Herstellung von mundgeblasenem Glas in einem Museum ist in Brandenburg einmalig.
Seit 2006 entwickelt sich der Glasofen im Museum Baruther Glashütte zu einem lebendigen Glas-Forum. Hierbei werden historische Techniken der Glasfertigung im Mundblasverfahren bewahrt und Gastauftritte von Glasdesignern und Glaskünstlern durchgeführt. Diese Aufenthalte von kreativen „Manufakturisten“ sind immer wieder Presseanlässe und lassen Glas-Gegenstände und Serien entstehen, die der Produktpromotion des Museumsdorf Baruther Glashütte als ganzem dienen.
Mit der Pflege und dem Ausbau des Glas-Forum Glashütte werden Gäste angeregt, in das Museumsdorf Baruther Glashütte zu kommen. Gruppen und Familien können selbst Glas blasen. Freunde des Glases und des guten Designs erwerben Glashütter Manufakturware. Die einzigartige Manufakturware wird verkauft auf einem Glasmarkt im Oktober, während der Kunstgewerbewochen im Sommer (erstmalig in 2007) sowie auf den Adventsmärkten und ist somit eine Besonderheit des Museumsdorfes. Die Preise des Glashüttelaufes im März sind selbstverständlich hochwertige Glaspokale. Manufakturware aus Glashütte somit ist gleichsam ein Botschafter unseres Produktes „Museumsdorf Baruther Glashütte“.
Künstler:
In 2006 gaben vier Glasmacher und Designer sowie ein interessierter Laie Gastauftritte auf dem Glas-Forum. Peter Bäz-Dölle (Lauscha/Halle a.d.Saale), Leopold Achleitner (Wien), Sven Benterbusch (Berlin), Torsten Rötzsch (Radebeul/London) und Olaf Gonzales-Valero nutzten die Infrastruktur des Museums und des Glasofens. Hierbei verbesserten sie selbst sowie durch den Austausch auch der beim Museumsverein angestellte Glasmacher Patrick Damm seine Fertigkeiten. In Absprache mit der Museumsleitung entstand dem Image des Museumsdorfs förderliche und gut verkäufliche Manufakturware aus Glas
Vgl. www.glas-ofen.de
Besonders die Kelchglasserie „Glashütte“ von Peter Bäz-Dölle entstand in enger Abstimmung mit der Museumsleitung und wurde vom Lehrstuhl für Glas und Porzellan an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle an der Saale
(Prof. Hubert Kittel) begleitet. Prof. Kittel bewertete die Arbeit von Peter Bäz-Dölle mit „sehr gut“. Der Museumsverein schaffte entsprechende Holzformen an, um die gut verkäufliche Serie dauerhaft herstellen und den Kunden eine Nachkauf-Garantie geben zu können. Rötzsch, Achleitner und Gonzales-Valero haben sich für 2007 bereits wieder am Glasofen eingemietet, was eine Kontinuität der Maßnahme erwarten lässt.
Der gute Gebrauchswert der Glashütter Gläser macht die Manufakturware zu einem hochwertigen Merchandizing-Produkt, das die Einnahmen für den Museumsbetrieb deutlich verbessert. Vorhandene Merchandizing Produkte wie wissenschaftliche Publikationen des Museums oder Veranstaltungen zur Glas-Bestimmung durch Museums-Fachleute vor Ort werden durch das Produkt „Glas-Forum“ ergänzt und in ihrer Wirkung übertroffen.
Das Produkt „Glasforum/Manufakturware Glashütte“ soll durch eine neue Veranstaltung (Kunstgewerbewochen) und durch eine bessere Vermittlung in den Image-Darstellungen des Museumsdorfs (Flyer, Internetseiten etc.) in 2007 stärker in den Vordergrund gestellt werden. Hierzu wird die Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhlinhaber „Glas“, Professor Hubert Kittel, weiter gepflegt (Design-Beratung) und als Gütezeichen der Merchandizing-Produkte genutzt (vgl. Qualiätsnachweis der Bäz-Dölle Gläser). Der Kontakt zur Kunsthochschule Weißensee und der Glasfachschule Zwiesel wird ausgebaut. Die Gläserne Manufakturware soll darüber hinaus in anderen Gewerbebetrieben mit einem gut gestalteten Display beworben bzw. in Funktion in den gastronomischen Betrieben des Museumsdorf benutzt werden. Die Gläser werden mit dem Glashütter Logo gekennzeichnet (Aufkleber/Bodengravur/Qualitätsnachweis). Einnahmen aus dem Glasverkauf werden teilweise in die Verbesserung der Infrastruktur des Glasofens investiert, um für renommierte Glaskünstler die Attraktivität des Standortes zu erhöhen. Die Produktstrategie lässt sich mit dem touristischen Landesmarketing der TMB gut vernetzen. Insbesondere die Felder Kultur-, Gruppen- und Familienreisen sowie Industriekultur sind geeignet durch das „Glas-Forum“ besser erschlossen zu werden. „Manufakturware aus dem Museumsdorf“ ist ein „Alleinstellungsmerkmal“ des Glashütter Standorts.
Dr. Georg Goes
(Museumsleiter)
Glashütte, im Dezember 2006
Produkte und Preise können vor Ort oder auf der Seite www.glasmarkt.de eingesehen werden.
Veröffentlicht am 29.12.2006